Fokussiert: Das REGIONALE 2025 Handlungsfeld „Wohnen und Leben“

Odenthal Kreisel
Das Bergische RheinLand ist ein vielseitiger Wohnraum mit hoher Lebensqualität (Bild zeigt Gemeinde Odenthal). Viele kleine Orte und mittelgroße Städte mitten in einer schönen Natur zeichnen den Projektraum aus. Wohnen und Leben im Bergischen RheinLand heißt aber auch aktive Dorfgemeinschaften, vielseitige Arbeitsplätze und eine gute Anbindung an die Großstädte am Rhein und des Bergischen Städtedreiecks. Foto: REGIONALE 2025

Wie soll das Bergische RheinLand von morgen aussehen? Wie wollen die Menschen künftig (zusammen-)leben? Mit welchen Projekten lässt sich der eher ländlich geprägte Raum gestalten? Und mit welchen Talenten punktet der Raum? Mit ihren Handlungsfeldern und Kernthemen nimmt die REGIONALE 2025 diese Fragen in den Blick, um das Bergische RheinLand weiterzuentwickeln und innerhalb der Region Köln/Bonn zu positionieren. In einer Artikelreihe stellt der REGIONALE 2025 Newsletter die Handlungsfelder vor. Diesmal wird das Kernthema „Wohnen und Leben“ beleuchtet.

Talsperren und Wälder, schmucke Fachwerk- und Schieferhäuser sowie die Nähe zu vielen Arbeitsplätzen vor Ort und an der Rheinschiene: Das Bergische RheinLand ist ein attraktiver und abwechslungsreicher Lebensraum, in dem über 700.000 Menschen leben. Doch das Bergische RheinLand steht vor großen Herausforderungen. Aufgrund der kleinteiligen Siedlungsstruktur im Projektraum und dem teilweise vorhandenen Leerstand von Ladenlokalen in den Ortskernen stellt sich die Frage, welche Funktionen Ortsmitten in Zukunft übernehmen können. Eine nachhaltige Gestaltung

öffentlicher Räume, die Etablierung von Treffpunkten, die Sicherung von Angeboten der Daseinsvorsorge, die Perspektiven des Einzelhandels oder die Vereinbarkeit von Wohnraumbedarfen und Freiraumsicherung sind zentrale Aspekte, die ausgehandelt und gestaltet werden müssen. Mit den Projekten im Handlungsfeld „Wohnen und Leben“ entwickeln Projektträger, die REGIONALE 2025 und die drei Kreise gemeinsam Lösungen für diese Zukunftsaufgaben. Dabei legt die REGIONALE 2025 den Fokus auf Konversion und Transformation, das heißt den klugen Umgang mit Beständen (Gebäuden und Flächen).

Gemeinsam mit verschiedenen Akteuren gestaltet die REGIONALE 2025 durch Konversion und Transformation von Beständen das Bergische RheinLand als zukunftsfähigen und attraktiven Wohn- und Lebensraum. Als Grundlage wurde unter dem Titel „Aus der Zeit gefallen – Gebäude, Flächen und Orte im Bergischen RheinLand in Transformation“ eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die im Projektraum Gebäude, Flächen und Orte mit Transformationsbedarf ermittelt. Anschließend sollen mögliche Umnutzungsperspektiven für beispielhafte Objekte aufgezeigt werden. 
 

Bestände nutzen und weiterentwickeln
Wie wichtig das Thema Konversion für das Bergische RheinLand ist, bildet auch die Projektlandschaft ab: Von 45 Projekten im Qualifizierungsprozess sind 19 Projekte dem Handlungsfeld Wohnen und Leben zuzuordnen. Die REGIONALE-Projekte streben dabei keinen zusätzlichen Flächenverbrauch an, sondern aktivieren vielmehr Potenziale im baulichen Bestand. Bestehende Bauten und Quartiere sollen ins Bewusstsein gerufen, in Wert gesetzt und neu interpretiert werden. Bei allen Konversions- und Transformationsprojekten achtet die REGIONALE 2025 zudem auf eine ganzheitliche Betrachtung: die Bedarfe und Gegebenheiten vor Ort werden miteinbezogen und Bestände integriert und mit Blick auf die umliegenden Funktionen betrachtet und weiterentwickelt. Durch diesen Ansatz können die negativen Folgen von (potenziellem) Leerstand vermieden und so zum Beispiel die Ortsmitten nachhaltig gestärkt werden. Zudem ergeben sich dadurch viele Querbezüge zu anderen REGIONALE Handlungsfeldern, etwa zum Handlungsfeld Mobilität oder Arbeit und Innovation.

Die Konversionsprojekte der REGIONALE 2025 sind vielfältig und haben ganz unterschiedliche Maßstäbe. Das Spektrum reicht von ehemaligen Industrie- und Gewerbeflächen, bis hin zur Konversion und Transformation von kleineren Flächen und Gebäuden, zum Beispiel Kirchen, „in die Jahre“ gekommene Freizeit- oder Gesundheitsinfrastrukturen oder leerstehende Räume, wie beim Projekt Dorfzentrum Leuscheider Land. Ein sehr großes Vorhaben hingegen ist beispielsweise die Konversion des Zanders-Gelände in Bergisch Gladbach. Auf dem Industrieareal soll ein neues, lebendiges Quartier entstehen, das Arbeiten, Wohnen und Erholen mit einer direkten Anbindung an die Innenstadt und guten Mobilitätsangeboten verbindet.

Zanders-Gelände Bergisch Gladbach
Das Zanders-Areal soll zu einem urbanen, neuen Quartier entwickelt werden. Es ist das größte Konversionsprojekt des Bergischen RheinLandes. Fotonachweis: REGIONALE 2025 Agentur

Darüber hinaus forciert die REGIONALE 2025 auch die Umnutzung von ehemaligen Militärstandorten. Hinterlassenschaften des „Kalten Krieges“ wie das Munitionsdepot in Reichshof oder der alte Bundeswehr-Horchposten Heckberg“ sollen im Rahmen des Landesstrukturprogramms „angepackt“ werden.
 

Ortsmitten beleben und stärken
Der Erhalt der lokalen Infrastruktur, die Belebung von Ortsmitten und die Positionierung von Kleinstädten und Dörfern als attraktive Wohnorte gewinnen für das Bergische RheinLand zunehmend an Bedeutung. Die drei Kreise haben die Bedeutung des Themas früh erkannt und die Nachnutzung von Bestandsgebäuden und deren Umbau zu (Kultur)Treffpunkten und Orten der Begegnung von Anfang an zu einem wesentlichen Ziel der REGIONALE 2025 gemacht. Auch auf Landesebene ist die Aufmerksamkeit für das Thema gestiegen. Diverse Förder- und Sofortprogramme, beispielsweise vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung (MHKBG), stärken die Innenstädte. Von diesem und anderen Förderprogrammen konnten in diesem Jahr auch REGIONALE-Projekte profitieren und erhielten Zuwendungen für die Weiterentwicklung und Umsetzung ihrer Vorhaben.

Projekte wie beispielsweise das Zukunftsquartier Altstadt Bergneustadt oder Stadt Blankenberg – Geschichtslandschaft und Zukunftsdorf setzen auf ein Bündel von verschiedenen Maßnahmen, um ihre „Mitten“  für Bewohner wie Besucher attraktiver zu machen. Mit der Umwandlung einer alten Traditionsgaststätte in einen genossenschaftlich betriebenen Treffpunkt bzw. dem Bau eines Kultur- und Heimathauses sollen hier Begegnungsräume in den jeweiligen Ortskernen entstehen. Darüber hinaus geht es in beiden Projekten darum, historische Bausubstanz wie die Fachwerkhäuser in der Altstadt von Bergneustadt oder die Stadtmauer von Stadt Blankenberg zu erhalten. Beide Projekte haben im November vom Lenkungsausschuss der REGIONALE 2025 den A-Status verliehen bekommen und gehen nun in die Umsetzung.

Ortsmitte Lindlar
Die Belebung von Ortmitten ist ein zentrales Anliegen der REGIONALE 2025. Fotonachweis: REGIONALE 2025 Agentur


Innovative Wohnangebote für die Zukunft schaffen

Neben der Aufwertung der Ortmitten und der Steigerung der Aufenthaltsqualität soll im Rahmen der REGIONALE 2025 aber auch vielfältiger und bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Die Nähe zur Rheinschiene sorgt im Bergischen RheinLand für teilweise hohe Immobilienpreise. Hier gilt es, das Wohnangebot auch in Zukunft als positiven Standortfaktor zu festigen und mit unterschiedlichen Wohnformen auf die Anforderungen und Lebensstile der verschiedenen Zielgruppen – Senioren, Familien, Alleinerziehende, Singles u.w.m. - einzugehen. Viele Kommunen des Projektraumes suchen neue Lösungen, um Wohnraum zu schaffen, denn Bauland ist knapp und der Neubau in flächenverbrauchendem Stil nicht zeitgemäß. Hier setzt die REGIONALE mit ihren Projekten an und versucht langfristige Wege in der Wohnraumversorgung aufzuzeigen – ohne neue Fläche zu beanspruchen, indem auch hier konsequent die Bestandsnutzung forciert wird. So möchte das Projekt Wohn(T)raum Oberberg – Umbau und Wohnen für alle Generationen den Kauf und Verkauf von Bestandsimmobilien unterstützen und darüber hinaus altersgerechte Wohnformen initiieren. Gleiches gilt für das Projekt Neues Bahnhofsquartier Morsbach, das eine Konversion des alten Bahnhofsareals verfolgt und neben der Schaffung von neuem, preisgünstigem Wohnraum im „Wohnpark an der Wisser“ auch das ehemalige Bahnhofsgebäude zu einem Begegnungszentrum umbauen möchte. 

Wohntraum Oberberg
Die (Um-)Nutzung von Bestandsimmobilien ist aufgrund knapper werdender Flächen eine gute Lösung, um Leerstand zu verhindern und Quartiere und Ortsmitten lebendig zu halten. Fotonachweis: OBK


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