Zwischen Starkregen und Trockenheit: Zukunftswerkstatt „Wasser“ sucht gemeinsame Lösungen

„Alles Ressource!“ lautet eines der zentralen Zukunftsthemen der REGIONALE 2025. Im Rahmen der Zukunftswerkstatt „Wasser“ kamen am 30. April 2026 rund 70 Vertreter*innen aus Wasserwirtschaft, Naturschutz, Tourismus, Wissenschaft, Verwaltung und Politik im Schloss Eulenbroich in Rösrath zusammen, um gemeinsam über die Zukunft der Ressource Wasser im Bergischen RheinLand zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen des Klimawandels, Fragen der Versorgungssicherheit sowie neue Ansätze für ein nachhaltiges Wassermanagement in der Region.
Begrüßt wurden die Teilnehmenden von Rösraths Bürgermeister Yannick Steinbach, dem stellvertretenden Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises Peter Lautz sowie Thomas Kemme von der REGIONALE 2025 Agentur. In seiner Einleitung betonte Kemme die Bedeutung der Zukunftswerkstatt als Plattform für Austausch, Vernetzung und gemeinsames Handeln rund um die Zukunft der Ressource Wasser. Im Mittelpunkt der Zukunftswerkstatt standen die drei Schwerpunktthemen „Hochwasserschutz und Schwammlandschaft“, „Versorgungssicherheit und Wasserdargebot“ sowie „Kommunikation und Sensibilisierung“.
Den fachlichen Auftakt gestaltete Heiko Krause, Dezernent des Rheinisch-Bergischen Kreises, mit seinem Vortrag „Auf geht’s! Perspektiven für die Wasserwirtschaft im Bergischen RheinLand“. Dabei machte er deutlich, dass die Herausforderungen des zukünftigen Wassermanagements nur gemeinsam zu lösen sind. Entscheidend seien deshalb Kooperationen vom privaten Eigentümer bis zur Landesebene, abgestimmtes Handeln und eine gemeinsame strategische Perspektive.
Einschätzungen von Meteorologe Karsten Schwanke
Ko-kommentiert wurde der Beitrag von Meteorologe Karsten Schwanke, der die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserkreislauf erläuterte. Der Wasserkreislauf sei ein geschlossenes System, dessen Abläufe sich durch die Erderwärmung zunehmend beschleunigten, so Schwanke. In einer wärmeren Atmosphäre könne mehr Wasserdampf gespeichert werden – mit der Folge, dass sich Niederschläge stärker auf einzelne Ereignisse konzentrieren, während gleichzeitig die Zahl trockener Tage zunimmt. Diese Entwicklungen seien längst auch im Bergischen RheinLand spürbar.
Weitere fachliche Impulse lieferten Vertreter der Wasserwirtschaftsverbände sowie des aqualon e.V. So verwies Ingo Noppen, Vorstand des Wupperverbands, auf aktuelle Messungen an der Bevertalsperre: Im Zeitraum von November bis April 2026 seien dort rund 30 Prozent weniger Niederschlag gefallen als im langjährigen Mittel. Zugleich machte er deutlich, dass prognostizierte Extremereignisse bereits heute Realität seien. Sein Appell: weg von einer rein reaktiven Gefahrenabwehr – hin zu einer strategischen Landschaftsgestaltung, die Wasser künftig stärker zurückhält und speichert.
Am Nachmittag arbeiteten die Teilnehmenden in drei Arbeitsgruppen an konkreten Zukunftsperspektiven und Lösungsansätzen. Diskutiert wurden unter anderem Strategien zur klimaangepassten Landschaftsentwicklung, zur langfristigen Sicherung der Wasserversorgung sowie zur stärkeren Sensibilisierung von Bevölkerung und Akteuren für den Wert der Ressource Wasser. Die Workshops boten Raum für Austausch, Kooperation und die Entwicklung gemeinsamer Ansätze über Fach- und Verwaltungsgrenzen hinweg.
Gemeinsames und abgestimmtes Handeln notwendig
Die Zukunftswerkstatt „Wasser“ erwies sich damit nicht nur als fachliches Forum, sondern vor allem als Impulsgeber und Vernetzungsraum für alle, die die Zukunft der Ressource Wasser im Bergischen RheinLand aktiv mitgestalten wollen. Deutlich wurde dabei: Die Herausforderungen des Klimawandels machen ein gemeinsames, regional abgestimmtes Handeln notwendiger denn je.
Veranstaltet wurde die Zukunftswerkstatt „Wasser“ von der REGIONALE 2025 gemeinsam mit den drei Kreisen des Bergischen RheinLandes sowie weiteren regionalen Partnern. Sie bildete den Abschluss der dreiteiligen Reihe von Zukunftswerkstätten, mit denen die Erkenntnisse des REGIONALE-Kongresses „Alles Ressource!“ vertieft und in konkrete regionale Perspektiven überführt werden. Die Ergebnisse fließen in die Arbeit der „ZukunftsAllianz Bergisches RheinLand“ ein – der interkommunalen Arbeitsgemeinschaft der drei Kreise in Kooperation mit dem Region Köln/Bonn e.V.