Ein Innovationsschub für das gesamte Bergische RheinLand

Der Innovation Hub Bergisches RheinLand geht als eines der ersten REGIONALE Projekte in die konkrete Umsetzung. Im Interview mit der REGIONALE 2025 Agentur sprechen Prof. Dr. Klaus Becker, Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer der Technischen Hochschule Köln, und Bernhard Opitz, Vorsitzender des Trägervereins Innovation Hub Bergisches RheinLand e.V., über kreisübergreifende Kooperationen und konkrete Projektansätze.

Prof. Dr. Klaus Becker
Prof. Dr.-Ing. Klaus Becker, Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer. Fotonachweis: Thilo Schmülgen/TH Köln
Bernhard Opitz
Bernhard Opitz, Vorsitzender des Trägervereins Innovation Hub Bergisches RheinLand e.V. Fotonachweis: Opitz Consulting


Welche Aufgabe hat der Innovation Hub Bergisches RheinLand?

Prof. Dr. Klaus Becker: Wir haben erkannt, dass gerade regionale, mittelständische Unternehmen einen hohen Unterstützungsbedarf bei der Bewältigung von digitaler Transformation und der Implementierung von Industrie 4.0-Anwendungen haben. Hier setzt der Innovation Hub Bergisches RheinLand an, indem sich regionale Unternehmen und Organisationen mit der Wissenschaft aktiv vernetzen können. So sollen vor Ort gemeinsam Digitalisierungsprojekte und Prototypen realisiert werden. Der Innovation Hub ist eine Plattform für methodische und technische Innovation, die konkrete Projektimpulse und Innovationsbedarfe aus der regionalen Wirtschaft berücksichtigt. Zudem planen wir eine Stiftungsprofessur „Digitale Produktion“, um eine enge Kopplung an Forschung und Lehre zu erreichen.

Bernhard Opitz: In der Tat bietet der Innovation Hub Bergisches RheinLand durch die enge Verzahnung mit der TH Köln Unternehmen und Organisationen einen breiten Zugang zu „open innovation“. Insbesondere Mittelständler können von diesem Angebot profitieren, ihre Innovationsfähigkeit steigern und auf dem Markt wettbewerbsfähig bleiben. Gleichzeitig fördert der Innovation Hub den Austausch zwischen den Unternehmen im Bergischen RheinLand und den Forschungsinstitutionen der Rheinscheine. Damit schafft er ein Netzwerk aus regionalen Unternehmen, Wissenschaft sowie lokaler Interessensvertretungen der Kreise Oberberg, Rhein-Berg und Rhein-Sieg. Das ist ein Gewinn für das gesamte Bergische RheinLand.

 

Welche Rollen spielen dabei die TH Köln und der Trägerverein Innovation Hub Bergisches RheinLand?

Prof. Dr. Becker: Die TH Köln ist Konsortialführer und der Trägerverein Kooperationspartner. Der Betrieb des Innovation Hubs wird in Gemeinschaftsarbeit geleistet. Aufgrund seiner Organisationsstruktur und seinem guten Unternehmensnetzwerk ist der Trägerverein primärer Partner für die Kontakte in die regionale Wirtschaft. Die TH Köln bringt das nötige Know-how aus der Forschung in den Prozess ein und übernimmt das Fördermittelmanagement. Nicht zuletzt durch die Nähe zum Campus Gummersbach der TH Köln auf dem Steinmüllergelände sind die Voraussetzungen für den Innovation Hub ideal, um gemeinsam zukunftsweisende Lösungen zu entwickeln.

 

Zurück zum konkreten Projekt: Wie wird der Innovation Hub Bergisches RheinLand ausgestattet sein?

Opitz: Geplant ist die Einrichtung eines IT-Labs und einer Modellfabrik, die bereits in den Startlöchern stehen. Im IT-Lab sollen neue Produkte entworfen und simuliert werden, auf deren Basis anschließend in der Modellfabrik erste Prototypen produziert werden. Die Fläche wird rund 1.200 m² betragen und in der Halle 51 auf dem Steinmüllegelände in Gummersbach entstehen. Anfang des Jahres sind die Bauarbeiten gestartet. Die benötigten Flächen werden vom Trägerverein gemietet. Während der Übergangsphase findet der Betrieb im Bildungszentrum auf dem Steinmüllergelände statt. Hier ist der Innovation Hub Bergisches RheinLand seit März 2020 Mieter. Außerdem wird zurzeit das Kursprogramm erarbeitet.
 

Wie geht es mit dem Projekt Innovation Hub Bergisches RheinLand im Rahmen der REGIONALE 2025 weiter?

Opitz: Die Projektidee wurde durch eine Arbeitsgemeinschaft von TH Köln und Opitz Consulting sowie der IHK Köln im Rahmen der REGIONALE 2025 Bergisches RheinLand entwickelt. Die REGIONALE 2025 Agentur hat uns dann auf unserem Weg zum A-Status und damit zur Umsetzung unterstützt. Mit ihrer Hilfe haben wir uns erfolgreich am Förderaufruf „Regio.NRW Innovation und Transfer“ beteiligt und im Dezember 2019 eine Zuwendung in Höhe von 4,9 Millionen Euro erhalten. Das Geld stammt dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie vom Land NRW. Es ist als dreijährige Anschubfinanzierung gedacht. Danach wird sich das Projekt selbst tragen. Die bisher erfolgten Schritte sind die Basis, auf der das Projekt steht. Jetzt gilt es, den Innovation Hub schnell aufzubauen und erste konkrete Ergebnisse für die Zukunft des Bergische RheinLandes zu liefern. Die REGIONALE 2025 Agentur verbindet mit dem Innovation Hub den berechtigten Anspruch, dass sich daraus über die gesamte Laufzeit des Landesstrukturprogramms weitere Projekte entwickeln und Anknüpfungspunkte an neue Vorhaben entstehen. Dieses Ziel wollen wir gemeinsam erreichen. Deshalb wird der konstruktive und erfolgreiche Austausch mit der REGIONALE 2025 Agentur auch künftig weiter fortgeführt. Der Innovation Hub Bergisches RheinLand befindet sich schließlich erst in der Startphase.
 

Der Hauptstandort des Innovation Hub Bergisches RheinLand wird Gummersbach im Oberbergischen Kreis sein. Wie können auch Unternehmen aus Rhein-Berg und Rhein-Sieg von Innovationen und Forschungsergebnissen profitieren?

Prof. Dr. Becker: Der Innovation Hub ist Anlaufstelle für Unternehmen aus dem gesamten Bergischen RheinLand. Um Unternehmen und Betrieben aus den anderen Kreisen einen noch komfortableren Zugang zu Forschungs- und Innovationleistungen zu ermöglichen, setzen wir verstärkt auf Kooperationen an verschiedenen Standorten im Raum. Ein gutes Beispiel ist die kürzlich vereinbarte Zusammenarbeit mit dem B7 Campus in Windeck im Rhein-Sieg-Kreis. Der Campus fungiert als weiterer Standort des Innovation Hub Bergisches RheinLand und wird es insbesondere Unternehmen aus dem Rhein-Sieg-Kreis ermöglichen, von innovativen Entwicklungen zu profitieren. Durch diese Kooperation positioniert sich der Innovation Hub auch als regionale Ergänzung zu den bestehenden Digital Hubs in Köln und Bonn.

 

Wie sieht der weitere Zeitplan für den Innovation Hub Bergisches RheinLand aus?

Opitz: Seit Anfang des Jahres sind Torsten Winterberg und Lars Tams als Geschäftsführer des Innovation Hub eingesetzt. Nun geht es darum, weitere MitarbeiterInnen zu finden und ein Team zusammenzustellen. An ersten Projekten soll dann ab dem zweiten Quartal 2020 im Innovation Hub Bergisches RheinLand gearbeitet werden. Dabei wird es sich vorrangig um Projekte im IT-Bereich handeln, die sich etwa mit Datenverarbeitung und Vorhersagemodellen für Produktionen beschäftigen.

Prof. Dr. Becker: Sobald die Modellfabrik eingerichtet ist, werden weitere Bereiche dazukommen. Hier haben wir schon einige Ideen in der Pipeline. Der Einzug ist für Frühjahr 2021 geplant. Parallel vernetzen wir uns mit weiteren Institutionen und AkteurInnen aus dem Bergischen RheinLand, um Unternehmen noch gezielter bei der digitalen Transformation und der Steigerung ihrer Innovationsfähigkeit unterstützen zu können.

Vielen Dank für das Gespräch.

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