Inspiration für das Waldkrankenhaus in Windeck

Waldkrankenhaus Aktivierungswerkstatt
Circa 30 Teilnehmende überlegten im Speisesaal des Waldkrankenhauses gemeinsam, wie eine neue Nutzung für das Waldkrankenhaus gefunden werden kann. Fotonachweis: REGIONALE 2025 Agentur

Wie kann für das ehemalige Waldkrankenhaus eine Nutzungsperspektive entstehen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der zweiten Aktivierungswerkstatt, die am 3. November 2025 im traditionsreichen Gebäudekomplex in Windeck stattfand. Rund 30 Teilnehmende diskutierten über die Entwicklung des denkmalgeschützten Hauses.

Auf dem Weg zu einer Nutzungsperspektive für das REGIONALE-Projekt Waldkrankenhaus in Windeck stellten drei Architekturteams vor Ort inspirierende Ansätze vor. Parallel dazu wird weiterhin nach Interessenten für das Areal  gesucht.

Organisiert wurde die Veranstaltung von den Kliniken der Stadt Köln (Eigentümerin), der Gemeinde Windeck, dem Rhein-Sieg-Kreis und der REGIONALE 2025. Sie knüpfte an die erste Werkstatt im September an, bei der erste Nutzungsideen gesammelt worden waren. 

Im Zentrum der zweiten Werkstatt standen die Anregungen dreier renommierter Architekturbüros: ASTOC Architects and Planners, Böll Architekten und Hutta Architekten. Alle drei Teams zeigten sich beeindruckt von den Qualitäten des Bestands: der besonderen Lage im Grünen, der regionalen Anbindung und der einzigartigen Atmosphäre des Gebäudes. Zugleich machten sie auf den erheblichen Sanierungsbedarf aufmerksam, der die Umnutzung wirtschaftlich anspruchsvoll macht.  

Vielfältige Nutzungsideen
ASTOC Architects and Planners prüften verschiedene Nutzungsmöglichkeiten – etwa für Büros, ein Hotel oder eine Fortbildungseinrichtung. Auch für eine (Weiter-)Nutzung als Heilstätte mit neuem Schwerpunkt bringt das Haus gute Voraussetzungen mit: „Was ist die Tuberkulose von heute?“ ASTOC schlugen in Kombination mit dem Denkmal einen Ersatzneubau im Osten des Geländes vor, um modernen Anforderungen zukünftiger Nutzungen gerecht zu werden.

Das Team von Böll Architekten rückte den besonderen Charakter des Gebäudes sowie den Bezug zum Siegtal in den Vordergrund. Das Waldkrankenhaus erinnere an den „Zauberberg“ von Thomas Mann oder an das „Grand Budapest Hotel“ von Wes Anderson – Orte mit Geschichte und Atmosphäre. Entscheidend sei es, zukünftige Nutzende und Investierende für diesen besonderen Geist zu gewinnen.

Prof. Wolfgang Zeh (Hutta Architekten) sah ein „fragmentarisches Vorgehen als mögliche Strategie“. Sein Team stellte unter dem Titel „Act now!“ einen prozesshaften Ansatz vor: Kurzfristige Ertüchtigungen können erste Nutzungen ermöglichen und neue Akteure auf das Waldkrankenhaus aufmerksam machen, während gleichzeitig Sicherungsmaßnahmen die Bausubstanz für eine langfristige Entwicklung erhalten.

Im Anschluss an die Inputs der drei Architektur-Teams diskutierten die Teilnehmenden über weitere Schritte und die Ansprache zusätzlicher Akteure. Klar wurde: Die Zukunft des Waldkrankenhauses hängt entscheidend davon ab, engagierte Partner*innen zu finden, die dieses „besondere Haus“ wachküssen. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus den beiden Aktivierungswerkstätten wird die Suche nach Interessent*innen und die Prüfung kurz- bis langfristiger Nutzungsoptionen durch die beteiligten Projektpartner fortgeführt.