„Die Projektqualität ist entscheidend“

Rund 100 hochrangige politische Mandatsträger/innen aus dem ,Bergischen RheinLand‘ nahmen am 19. Dezember 2018 an der ersten Sitzung des Politischen Beirats der REGIONALE 2025 in Lindlar teil. Zahlreiche Teilnehmer nutzten im Vorfeld der Veranstaltung die Möglichkeit, im Rahmen einer Führung das ehemalige Areal der Firma Mondi zu erkunden, das durch unternehmerisches Engagement umgebaut wurde und nun als Eventlocation 2T genutzt wird.

Den Startschuss gab Jochen Hagt, Landrat des Oberbergischen Kreises und Vorsitzender des Lenkungsausschusses der REGIONALE 2025. Er begrüßte die Gäste, darunter auch Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, und den ehemaligen Handball-Bundestrainer Heiner Brand. Er betonte gleich zu Beginn, dass die REGIONALE 2025 nun gemeinschaftlich umgesetzt werden müsse. „Es geht darum, eine Perspektive für das ,Bergische RheinLand‘ zu entwickeln, von der alle Kommunen profitieren“, so Hagt. Die gute und konstruktive Zusammenarbeit werde bereits gelebt. „Alle Akteure sind motiviert und wollen mit anpacken. Wir haben jetzt die Chance, unseren strukturpolitischen 7-Meter der REGIONALE 2025 zu verwandeln“, unterstrich Hagt.

Welche Erwartungen die Landesregierung an die REGIONALE 2025 im ,Bergischen RheinLand‘ hat, formulierte im Anschluss Ministerin Ina Scharrenbach: „Sie sind eine eigenständige Region und haben eine eigene Identität, auf die Sie stolz sein können. Wir wollen Sie in der Entwicklung hin zu einer moderneren Lebensweise, zu mehr Digitalisierung und zu besseren Basisdienstleistungen unterstützen – und sind gespannt, welche Ideen Sie haben. Nehmen Sie den Anspruch, Modellregion zu sein, sehr ernst. Die Förderung hängt davon ab, was Sie auf den Weg bringen. Die Qualität der Projekte ist entscheidend.“

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, formulierte die Erwartungen des Landes an die REGIONALE 2025. Foto: Volker Barthel

Mit klugen Ideen den Herausforderungen begegnen

Dr. Reimar Molitor, Geschäftsführer der REGIONALE 2025, brachte die Gäste in seinem Vortrag auf den aktuellen Stand des Strukturprogramms. Dabei stellte er auch erste Projekte im Qualifizierungsprozess vor und gab einen Ausblick auf die Herausforderungen der kommenden Jahre. Dazu gehöre unter anderem die wachsende Nachfrage nach bezahlbaren Wohnraum in den Umlandgemeinden der Rheinschiene, das steigende Verkehrsaufkommen und die schwierige Gesundheitsversorgung auf dem Land. „Der Raum hat ein großes Potenzial und es geht darum, ihn mit klugen Ideen zu entwickeln. Neben öffentlichem und privatem Geld brauchen wir vor allem die nötigen Strukturen vor Ort, um die Projekte umzusetzen. Damit dies gelingt, müssen wir über Kreis- und Kommunalgrenzen hinweg ins Gespräch kommen“, skizzierte Molitor die wichtigsten Aufgaben.

Diskussion mit prominenten Gästen

In den folgenden Diskussionsrunden berichtete der ehemalige Handball-Bundestrainer Heiner Brand als Bürger der Stadt Gummersbach von seinen Erfahrungen mit der Konversion des Steinmüllergeländes in Gummersbach im Rahmen der REGIONALE 2010. „Die Oberberger begegnen neuen Dingen erstmal mit Skepsis. Aber die Akzeptanz ist mittlerweile hoch, das Forum wird gut angenommen und alle sind begeistert von der Entwicklung des Geländes, das in die gesamte Stadt ausstrahlt.“

Regierungspräsidentin Gisela Walsken rückte die Synergieeffekte der REGIONALE in den Fokus. Sie betonte, dass die REGIONALE ein echter Glücksfall sei, denn „wenn wir die Umsetzung gut hinkriegen, ist das eine Blaupause für den Regionalplan der Bezirksregierung.“

Im Gespräch mit den Landräten Jochen Hagt (Oberbergischer Kreis), Stephan Santelmann (Rheinisch-Bergischer Kreis) und Sebastian Schuster (Rhein-Sieg-Kreis) sowie den Bürgermeistern Dr. Georg Ludwig (Lindlar), Robert Lennerts (Odenthal) und Klaus Pipke (Hennef) wurden die konkreten Herausforderungen vor Ort in den Kommunen und den Kreisen diskutiert. Zum Abschluss beschrieb Prof. Dr. Lothar Scheuer, Vorstandsvorsitzender des Aggerverbandes, die Zukunftspotenziale der Talsperren und Gewässer im Spannungsfeld zwischen Naherholung zur touristischen Nutzung. Bernhard Opitz, Geschäftsführer der Opitz Consulting GmbH, gab wiederum Einblicke in die praktische Qualifizierung und Umsetzung am Beispiel des sogenannten „Innovation Hub ,Bergisches Rheinland‘“, an dem sich viele Unternehmen beteiligen wollen.

Diskutierten über die konkreten Herausforderungen vor Ort: BM Dr. Georg Ludwig, LR Jochen Hagt, Dr. Reimar Molitor, LR Stephan Santelmann, BM Robert Lennerts, LR Sebastian Schuster und BM Klaus Pipke (v.l). Foto: Volker Barthel

Der Politische Beirat ist ein Gremium der REGIONALE 2025, das einmal pro Jahr zusammenkommt. In diesem Rahmen werden die Inhalte, Prozesse und Entscheidungen der REGIONALE 2025 direkt an die politischen Mandatsträger/innen und Verwaltungen kommuniziert. Mehr Informationen zum Politischen Beirat und seiner Besetzung finden Sie hier.